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05.Oktober 2017

Report: Regulierung rund um Over-the-Air-Updates


Software ist bereits seit Jahrzehnten Bestandteil von Fahrzeugen. Inzwischen ist die Zahl der Mikroprozessoren sehr hoch und der Bedarf an Software entsprechend deutlich gestiegen. Somit wurde die Wartung und Pflege von Code zur wichtigen Aufgabe der Autohersteller. Fuhr man für ein Update früher in die Werkstatt, gibt es heute die Möglichkeit von drahtloser Übertragung von Programmiercode. WLAN, BLuetooth oder LTE sind die Technologien, die hier nutzbar werden. Ein Report beleuchtet nun die internationale Gesetzeslage zu Over-the-Air-Updates.

Das Berliner Mobility-Startup ‎ATS Advanced Telematic Systems GmbH hat sich dem Thema Over-the-Air-Updates (OTA) verschrieben. Zuletzt sprachen intellicar.de-Chefredakteur Jens Stoewhase und Timo Littke, Chief Analyst bei ATS, im Podcast u.a. über Over-the-Air-Updates. Nun hat das Unternehmen einen Report veröffentlicht, der einen Überlick über die international sehr unterschiedlichen Regulierungsmaßnahmen für OTA geben soll.

Der Hintergrund ist recht einfach: Software-Updates für Autos werden zunehmend zum Thema für Politik und Verbraucher. Tesla schaltet seinen „Autopilot“ per Over-the-Air-Update frei und sorgt so auch für die Aktualisierung der Steuerungssoftware. Auch im Fall des Dieselgates sollen Software-Updates für die notwendigen Nachbesserungen genutzt werden. Und Fiat Chrysler (FCA) behebt eine Sicherheitslücke bei 1,4 Mio. Fahrzeugen mit einem Software-Patch.

Gleichzeitig ist der Stand der Dinge: Es gibt bis dato keine eindeutigen bzw. einheitlichen Gesetzesvorgaben für den Einsatz von drahtlosen Software-Updates in vernetzten Autos. Vielmehr gibt es große Diversität bei den unterschiedlichen nationalen und internationalen Regularien, die zudem auf verschiedenen Kriterien beruhen. Immer häufiger fordern Gesetzgeber, dass OTA-Software-Updates für PKWs verpflichtend vorgenommen werden können.

Nachdem die USA bereits 2016 Anstrengungen hinsichtlich einer gesetzlichen Regelung für teilautonome und autonome Fahrzeuge unternommen haben, legte Deutschland im Sommer 2017 mit einem eigenen Gesetz zum automatisierten Fahren nach. Beide Gesetzestexte verlangen, dass Software und Daten im Fahrzeuge jederzeit auf dem aktuellen Stand sind – für Verkehrsgesetze, Karten und Algorithmen zum automatisierten Fahren. Darüber hinaus haben zahlreiche Länder eigene Cyber-Security-Regeln für vernetzte Fahrzeuge aufgestellt, in denen explizit kontinuierlich Software-Updates vorgeschrieben werden.

Andererseits müssen OTA-Updates immer auch bestehende Regularien, wie beispielsweise zur Typengenehmigung, berücksichtigen. Neben den nationalen Gesetzgebern hat die UN Task Force on Cyber Security and OTA issues (CS/OTA) angekündigt, bis Ende 2017 Richtlinien vorzulegen, die ihre Mitgliedsstaaten betreffen würden.

Der Report „Key Legal Issues: Automotive Over-The-Air Updates“ (PDF) gibt nun einen Überblick über bestehende und geplante Gesetzgebungs- und Standardisierungsverfahren rund um das Thema OTA-Software-Updates für Autos.

Autor: Jens Stoewhase mit Pressematerial der ATS Advanced Telematic Systems GmbH

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