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19.Oktober 2016

#digital/mobility – Die Branche ist längst im Aufbruch


Dr. Gerd Leutner eröffnet als Gastgeber die #digital/mobility am 13. Oktober 2016 in Berlin

Dr. Gerd Leutner eröffnet als Gastgeber die #digital/mobility am 13. Oktober 2016 in Berlin

Was braucht es für die Mobilität in der Zukunft? Neue und alte Player, junge Unternehmen und natürlich Geld braucht es, wenn man eine Branche verändern will. Auf der #digital/mobility, einer gemeinsamen Veranstaltung der Kanzlei CMS Hasche Sigle und der Redaktion von intellicar.de, wurde die fundamentale Veränderung der Mobilität durch die Digitalisierung von renommierten Branchenköpfen diskutiert. cms-digital-mobility

Partner von CMS Hasche Sigle und Gastgeber Dr. Gerd Leutner machte deutlich, dass sich allein im Recht einiges getan hat, um Themen, wie die Elektromobilität oder das autonome Fahren zu treiben. So verwies Leutner auf die Steuervorteile oder die Kaufprämie für E-Fahrzeuge und die zügige erste Anpassung der Wiener Konvention in Bezug auf selbstfahrende Systeme. Besonders interessant dürften jedoch die Neuerungen im deutschen Straßenverkehrsrecht sein, die aktuell in der Politik diskutiert werden, so Dr. Leutner.

Dr. Daniela Gerd tom Markotten über die digitalen Chancen für den Autobauer Mercedes-Benz Trucks.

Dr. Daniela Gerd tom Markotten erläutert die digitalen Chancen für den Autobauer Mercedes-Benz Trucks.

Die Notwendigkeit nach einer ganzheitlichen Betrachtung der Mobilität machte Dr. Daniela Gerd tom Markotten deutlich. Als Leiterin des Bereiches Digital Solutions & Services bei Mercedes-Benz Trucks erklärte sie, wie sehr allein ein Truckhersteller seine Zukunft in die Hand nehmen muss, will er nicht nur zum schnöden Hardware-Lieferanten in einer digitalen Geschäftswelt degradiert werden. Ob Online-Plattformen, wie das Managementsystem Fleetboard oder die Offenheit der eigenen Technologien für LKWs anderer Marken, die Digitalisierung macht es nötig, über die Grenzen zu schauen.

Dr. Daniela Gerd tom Markotten – Leiterin des Bereiches Digital Solutions and Services, Mercedes-Benz Trucks; Steffen Kuhn, Senior MAnager, Elektrobit Automotive GmbH; Dr. Torsten Oelke – Executive Chairman, Cube GmbH; Manfred Schlett – Vice President Sales, EU Automotive, Qualcomm Communications GmbH; Moderator: Jens Stoewhase (intellicar.de)

Dr. Daniela Gerd tom Markotten – Leiterin des Bereiches Digital Solutions and Services, Mercedes-Benz Trucks; Steffen Kuhn, Senior Manager, Elektrobit Automotive GmbH; Dr. Torsten Oelke – Executive Chairman, Cube GmbH; Manfred Schlett – Vice President Sales, EU Automotive, Qualcomm Communications GmbH; Moderator: Jens Stoewhase (intellicar.de)

Während der Podiumsdiskussionen wurde klar, dass sowohl die großen Player, wie Daimler als auch Volkswagen die Notwendigkeit für die Zusammenarbeit mit Startups erkannt haben und auch die Chancen zu schätzen wissen. Vertreter von Qualcomm (Chips) und Elektrobit (Software) verwiesen auf die Unterschiede in der Entwicklungsgeschwindigkeit von Software und Fahrzeugen. Sie machten jedoch auch deutlich, wie groß der Erkenntnisgewinnn für Fahrzeughersteller und Chip- und Softwareunternehmen inzwischen ist, die auch die unterschiedlichen Entwicklungstechniken bieten.

Sven Lackinger – CEO evopark GmbH; Michael Minis – CEO tamyca GmbH; Andreas Schneider – CEO Vimcar GmbH; Michel Stumpe – CEO Carjump/GHM Mobile Development GmbH; Dr. Julian Propstmeier – Head of Growth, Coup Mobility GmbH; Jens Stoewhase (Moderation)

Sven Lackinger – CEO evopark GmbH; Michael Minis – CEO tamyca GmbH; Andreas Schneider – CEO Vimcar GmbH; Michel Stumpe – CEO Carjump/GHM Mobile Development GmbH; Dr. Julian Propstmeier – Head of Growth, Coup Mobility GmbH; Jens Stoewhase (Moderation)

Wie sehr Startups und „alte“ Industrie inzwischen aufeinander zu gehen, das wurde durch gleich fünf Protagonisten auf der Bühne bewiesen: Es gibt ein starkes Interesse seitens der OEMs und Zulieferer mit Startups zusammen zu arbeiten. Doch wenn sich sehr große und sehr kleine Strukturen begegnen, dann wird es durchaus kompliziert, aber eben nicht unlösbar. Startups lernen von den großen Zusammenhängen und hohen Qualitätsanforderungen; die Autoindustrie ist Nutznießer der hohen Innovationsgeschwindigkeit von Startups und der rasanten Anpassung ihrer Geschäftsmodelle an neue Marktgegebenheiten.

Aleksej Mitrjaschkin – Director Investment Management Porsche SE; Christian Herrmann – Senior Manager M&A Daimler AG; Wolfgang Seibold – Managing Partner AGIC Capital GmbH; Moderator: Dr. Jörg Zätzsch, Managing Partner, CMS Hasche Sigle

Aleksej Mitrjaschkin – Director Investment Management Porsche SE; Christian Herrmann – Senior Manager M&A Daimler AG; Wolfgang Seibold – Managing Partner AGIC Capital GmbH; Moderator: Dr. Jörg Zätzsch, Managing Partner, CMS Hasche Sigle

Im Investoren-Talk arbeitete Dr. Jörg Zätzsch, Partner von CMS Hasche Sigle, heraus, wie Investoren die Mobilität für sich entdeckt haben. Mit den Vertretern von Daimler, Porsche und AGIC Capital konnte Zätzsch aufzeigen, wie differenziert strategische Investments seitens der OEMs und Zulieferer zu betrachten sind. OEMs bringen sehr tiefe Branchenkenntnis ein, die insbesondere für Startups massive Vorteile bieten kann. Gleichzeitig steigt für die jungen Unternehmen die Herausforderung, trotz strategischer Investoren, auch mit der Konkurrenz des Investors zu arbeiten. Die Aussagen von Christian Herrmann (Daimler AG) und Aleksej Mitrjaschkin (Porsche SE) lassen aber auch eine klare Schlussfolgerung zu: Die investierenden Autohersteller haben längst begriffen, wie positiv sich die Freiheit der Startups auf das eigene Investment auswirken kann.

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Als Fazit der #digital/mobility 2016 bleibt: Die Automobilbranche hat die Zeichen der Zeit klar erkannt, sie arbeitet kräftig an der Digitalisierung – auch abseits medialer Aufmerksamkeit.

Autor: Jens Stoewhase, Co-Organisator und Moderator der #digital/mobility 2016.