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15.Juli 2015

Bosch – Wachstumstreiber automatisiertes Fahren


Bereits 2016 will Bosch mit Fahrassistenzsystemen eine Milliarde Euro umsetzen. Aktuelle Zahlen, wie 50 Millionen ausgelieferte Umfeldsensoren im Jahr 2014, mainfestieren den Trend zur Automatisierung. Doch Bosch will hoch hinaus. Schon 2016 soll der 10-millionste Radarsensor (77 GHz) gefertigt sein.

Geschäftlich wie technisch erzielt der Zulieferer Bosch mit dem automatisierten Fahren bereits heute beachtliche Erfolge. Dabei profitiert man vom boomenden Markt der Fahrerassistenz, erklärt Geschäftsführer Dr. Dirk Hoheisel. Der Umsatz von Bosch legt in diesem Segment aktuell jährlich um ein Drittel zu. 2016 soll mit der Fahrerassistenz die Umsatzschwelle von einer Milliarde Euro fallen. Dabei profitiert Bosch insbesondere von seinem breiten Produktportfolio.

Vom Antrieb bis zur Vernetzung

Die Produktpalette reicht vom Antrieb, über Bremsen, Lenkung und Sensorik, bis zur Navigation sowie der Vernetzung innerhalb und außerhalb des Autos. Große Nachfrage herrscht zum Beispiel bei den Sensoren von Bosch: Mehr als 50 Millionen Umfeldsensoren für die Fahrerassistenz wurden ausgeliefert. 2015 wird sich der Absatz von Radar- und Videosensoren wieder verdoppeln. Bei Radarsensoren, wie sie zum Beispiel für die adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung (ACC) zum Einsatz kommen, ist Bosch Weltmarktführer. Im kommenden Jahr soll der 10-millionste Radarsensor (77 GHz) vom Band laufen.

Rund 2.000 Entwickler im Bereich Fahrerassistenz

Der wachsende Erfolg sorgt bei Bosch auch für Personalhunger. An der Weiterentwicklung der Fahrerassistenz arbeiten inzwischen rund 2.000 Entwickler – gut 700 mehr als noch vor zwei Jahren. Fahrerassistenzsysteme sind die Basis für das automatisierte Fahren und helfen Autofahrern schon heute beim Wechseln und Halten der Spur sowie beim Bremsen vor einem Hindernis. Und die Entwicklung geht weiter: So setzt ein nicht genannter europäischer Hersteller neben dem Ausweich- und Linksabbiege-Assistenten aktuell auch den Stauassistenten von Bosch in Serie ein. Dr. Hoheisel kündigt weitere Systeme für die Zukunft an. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen sollen eins-zu-eins in die Entwicklung des automatisierten Fahrens einfließen und weiteren Schub verleihen.

2020 sollen Autos bereits automatisch auf der Autobahn fahren. Bosch arbeitet mit Prototypen seit Anfang 2013 auf der Autobahn A81 und der US-Interstate I280 daran. Voraussetzung ist, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen mit den technischen Möglichkeiten Schritt halten. Limitierend wirkte sich bislang etwa die Wiener Straßenverkehrskonvention von 1968 aus. Demnach müssen Fahrer ständig die Kontrolle über ihr Auto haben, was hochautomatisiertes Fahren ausschließt. Anpassungen der nicht nur für Deutschland gültigen Rechtsgrundlage deuten sich aber an: Automatisierte Fahrfunktionen sollen erlaubt werden, wenn der Fahrer sie aktiv übersteuern oder ausschalten kann. Eine entsprechende Überarbeitung der Regelung wird aktuell diskutiert. Eine weitere Hürde stellt die Validierung dar. Zur Serienfreigabe eines Autopilot-Systems müssten nach gängigen Methoden mehrere Millionen Testkilometer absolviert werden. Auch hier arbeite man an neuen Ansätzen, so Bosch.

(Nach einer Pressemitteilung der Robert Bosch GmbH)

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