HARDWARE & SOFTWARE

25.Januar 2018

VW weitet Digital Labs aus


Foto: Jens Oellermann/ Volkswagen AG
Die Volkswagen Konzern-IT baut ihr Know-how in der Entwicklung digitaler Kundenangebote aus. Sie hat hierzu ihr Digital Lab in Berlin deutlich vergrößert und die Mitarbeiterzahl seit der Eröff­nung im Oktober 2016 ver­­­­dop­pelt. Mittlerweile sollen dort bereits 70 IT-Spezialisten arbeiten, rund 120 sollen es werden. Zu ihnen zählen Programmierer, Data Scientists, Software-Designer und -Entwickler. In dem Lab entsteht Software für neue Dienste rund um das vernetzte Fahrzeug. Das Digital Lab ist Teil eines welt­weiten Netzes von Kompetenzzentren, mit denen der Volkswagen Konzern sein Engagement in allen digitalen Zukunftsthemen forciert.

Insgesamt unterhält der Konzern sechs IT-Labs weltweit. Die anderen stehen in Wolfsburg (2) und München, sowie in Barcelona und San Francisco. In ihren Labs erforscht und entwickelt die Konzern-IT Lösungen unter anderem zu künstlicher Intelligenz, maschinellem Lernen, intelligenter Mensch-Roboter-Kooperation, digitalisierter Fabrik und Smart Mobility.

Software für digitale Kundenangebote – entwickelt von einem internationalen Team

Im Digital Lab wird konkrete Software für digitale konkrete Kundenangebote und Dienste rund um das vernetzte Fahrzeug ent­wickelt. Hierzu zählt der neue Mobilitätsdienst „We Deliver“ der Marke Volkswagen. Dabei wird der Kofferraum zur Lieferadresse für Online-Bestellungen.  Ebenso entstehen technische Plattformlösungen, die allen Konzernmarken und -gesell­schaften zur Verfügung gestellt werden sollen. Weitere Projekte im Digital Lab haben beispielsweise die Aufbereitung öffentlicher Verkehrsdaten für neue Smart-Mobility-Konzepte zum Thema.

Das Team im Digital Lab und sein Alltag sind international: Mittlerweile arbeiten dort IT-Spezialisten aus 16 Nationen. Sie kommen zum Beispiel aus Indien, Singapur, der Ukraine, den USA – und natürlich auch aus Deutsch­land. Fast ein Drittel sind Frauen, die Büro­­sprache ist Englisch.

Agile Arbeitsmethode „Extreme Programming“

Die Spezialisten arbeiten nach einer in der Tech-Szene des Silicon Valley entstandenen agilen Arbeitsmethode „Extreme Programming (XP)“. Diese Methode der Softwareentwicklung konzen­triert sich auf das Prinzip der Evolution: Die Software wird nicht hin zu einem komplexen Produkt fertig entwickelt und übergeben, sondern in agilen Teams und in engem Austausch mit dem Auftraggeber schrittweise vorangetrieben und getestet. Das fördert Qualität und Kreativität, und es erlaubt eine schnelle Anpassung, wenn sich Anforderungen an die Software ändern. Zum Prinzip des „Extreme Programming“ gehört auch das im Digital Lab institutionalisierte „Pairing“. Hierbei konzentrieren sich die IT-Spezialisten stets in Zweierteams auf dieselben Inhalte ihrer jeweiligen Aufgabe.

Unterstützt wurde die Gründung des Digital Labs mit Mitteln des Innovationsfonds für die Marke Volkswagen, einer gemeinsamen Initiative von Unternehmen und Betriebsrat.

Podcast zur Vertiefung

Stefan Gotthardt ist Ambassador des Digital:Lab Berlin der Volkswagen AG und erklärte in der vierten Folge unseres Podcasts „Hack The Road Jack“, wie der Wolfsburger Konzern die Digitalisierung mit agiler Softwareentwicklung und neuen Arbeitsmethoden umsetzt. Gotthardt gibt dabei einen Blick hinter die Kulissen, der teilweise überraschen dürfte. Podcast anhören >>

Jens Böhlke ist bei der Digitalmarke Volkswagen We zuständig für das Customer Experience Management. Mit ihm sprach Jens Stoewhase für  den intellicar.de-Podcast auf dem Web Summit in Lissabon. Böhlke erklärte im Gespräch, wie der Autobauer in seiner Digitalsparte den Kunden den Zugang zu den digitalen Services wie we park, we deliver oder Car-Net. ermöglichen will. Der Kern ist eine ID, die offenbar als Vorbild die Apple-ID. Eine Idee, die man als Apple-User durchaus für schlau halten kann. Podcast anhören >>

Autor: Jens Stoewhase mit Pressematerial der Volkswagen AG / Foto: Jens Oellermann

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