HARDWARE & SOFTWARE

04.Januar 2018

Bosch steigt bei HERE ein


Innherhalb der Branche bestand bereits länger die Frage: Warum ist Bosch noch nicht bei HERE an Bord? Diese Frage kann nun locker beantwortet werden: Offenbar hat es etwas gedauert, bis man sich einig war. Heute gab der Konzern bekannt, dass er fünf Prozent an HERE Technologies, einem weltweiten Anbieter von digitalen Karten und ortsbezogenen Diensten, erwirbt. Für die Zukunft dürfte es interessant werden, wie sich diese neue Partnerschaft auf die Bosch-Kooperationen mit dem HERE-Konkurrenten TomTom auswirken werden.

Was die fünf Prozent an HERE inzwischen wert sind, bleibt leider ein Geheimnis. Über den Kaufpreis haben die Partner Stillschweigen vereinbart. Mit dem Einstieg will Bosch sein Service-Geschäft stärken. Für HERE könnte der Bosch-Einstieg helfen, zum Anbieter datenbasierter Echtzeitdienste auch außerhalb der Automobilindustrie zu werden. „Bosch ist mehr als Auto“, weiß Bosch-Cehf Dr. Volkmar Denner. „Industrie 4.0, Smart Home und Smart City sind für uns stark wachsende Bereiche, in denen sich beim Auf- und Ausbau datenbasierter Services Synergien mit HERE ergeben.“ Edzard Overbeek, CEO von HERE Technologies, sieht das ähnlich und verweist auf die internationalen Optionen durch Bosch: „Wir freuen uns, mit Bosch einen starken Partner mit zahlreichen Kompetenzen sowohl im Automotive-Bereich als auch im Internet der Dinge an Bord zu holen. Die starke Bosch-Präsenz in Amerika, Asien und Europa gibt HERE die Möglichkeit, sein Geschäft weiter global auszubauen.“ Der Einstieg von Bosch steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden. Ein Abschluss wird für Ende des ersten Quartals 2018 erwartet.

Industrie 4.0: Warenströme automatisieren und effizienter gestalten

Datenbasierte Services tragen schon heute immer stärker zum Wachstum von Bosch bei. Entsprechend stark ist auch die IT-Kompetenz und -Infrastruktur: Bosch verfügt weltweit über mehr als 20.000 Software-Entwickler an 120 Standorten sowie über eine eigene IoT-Cloud. Darüber hinaus bietet Bosch mit der IoT-Suite eine eigene Software-Plattform für IoT-Lösungen. Beispiele für eine geplante Zusammenarbeit von Bosch und HERE finden sich etwa im Bereich der Industrie 4.0. Ein mögliches Anwendungsfeld könnte die Intralogistik sein: Mithilfe hochgenauer Innenraum-Navigationskarten können Warenströme in Produktionswerken automatisiert und effizient bis ans Band gestaltet werden. Genauso kann beispielsweise auch Wartungspersonal ohne genaue Ortskenntnis zielgerichtet bis zur instand zu setzenden Maschine gelotst werden.

Automatisiertes Fahren: hochgenaue Karten erstellen und aktualisieren

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Im Fokus der Zusammenarbeit von Bosch und HERE stehen offene Plattformen für alle Kunden. Das gilt für den Non-Automotive-Bereich sowie vor allem auch für den Automobilsektor und die zunehmend vernetzte und automatisierte Mobilität. Damit Autos in Zukunft alleine fahren können, sind sie auf hochgenaue Karten angewiesen. Diese müssen mithilfe von Daten der fahrzeugeigenen Sensoren aktuell gehalten und mit Echtzeit-Informationen zum Verkehrs-geschehen, zu Staus, Baustellen und Unfällen angereichert werden. Wie genau das funktionieren kann, zeigt Bosch mit seiner Straßensignatur. Dabei werden Informationen der Bosch-Radar- und Videosensoren im Fahrzeug genutzt, um hochgenaue Karten anzureichern und zu aktualisieren. Bosch und HERE loten Möglichkeiten aus, die Straßensignatur auch zur Pflege der HERE HD Live Map für automatisiert fahrende Autos einzusetzen. Gleichzeitig setzt Bosch die Arbeit an der Straßensignatur mit Partnern wie TomTom, AutoNavi, Baidu, NavInfo und Increment P unverändert fort.

Autor: Jens Stoewhase mit Pressematerial der Robert Bosch GmbH

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