HARDWARE & SOFTWARE

16.April 2018

Assistenzsysteme zur Aquaplaning-Erkennung


Continental erkennt Aquaplaning-Risiko

Ein großer Sicherheitsfaktor auf Straßen ist das Wissen über den Straßenzustand. Schnell können Reifen bei Regen die Haftung verlieren. Mit dem Road Condition Observer will Continental die Erkennung des Fahrbahnzustandes im Hinblick auf die Haftung zwischen Reifen und Straße ermöglichen. Was für menschliche Fahrer bereits eine Herausforderung darstellt, ist besonders für automatisierte Fahrzeuge eine gefährliche Situation.

Ziel ist es mittels spezieller Reifen, Sensoren, Kameras, Algorithmen und der Bremsbetätigung bis hin zur Mensch-Maschine-Schnittstelle so früh wie möglich potenzielles Aufschwimmen der Vorderräder zu erkennen und den Fahrer zu warnen. Denn wenn die Vorderräder bereits beginnen aufzuschwimmen, ist richtiges Reagieren, Bremsen und Lenken nur schwer möglich.

Rechtzeitige Warnung

Um das Fahrverhalten anpassen zu können, muss der Fahrer möglichst früh vor der Gefahr Aquaplaning gewarnt werden. Dies geschieht mithilfe von Informationen von Surround View-Kameras und von im Reifen montierten eTIS-Sensoren (electronic-Tire Information System).

Continental arbeitet zudem an der Steuerung und Stabilisierung des Fahrzeugs bei Aquaplaning wie etwa durch gezielte Bremsmomentverteilung oder individuelle Abbremsung einzelner Räder der Hinterachse. Aquaplaning-Assistenzsysteme haben durchaus das Potenzial durch kontrolliertes Betätigen der Hinterradbremsen in Situationen einzugreifen und so die Manövrierbarkeit und Stabilität des Fahrzeuges innerhalb der physikalischen Grenzen zu halten.

Darüberhinaus sollen auch nachfolgende Fahrzeuge über die Straßenverhältnisse in Kenntnis gesetzt werden. Durch eine frühe Kommunikation über V2X-Technologie (Vehicle to X) und eHorizon entsteht so eine Art solidarisches Netzwerk.

Technische Aspekte

Kameras in den Seitenspiegeln, Kühlergrill und Heck werten Bilder von Wasserverdrängung, Spritz- und Sprühmuster aus. Ein Algorithmus zur Nässeerkennung trifft anschließend Vorhersagen über potenzielle Aquaplaning-Bedingungen.

Zusätzlich zu den Surround View-Kameras werden in den Reifen eingebaute eTIS-Sensoren genutzt. Diese verarbeiten die eingehende radiale Beschleunigung des Reifen. Bildet sich ein Wasserkeil im Bereich vor der Reifenaufstandfläche, oszilliert das Beschleunigungssignal auf charakteristische Weise und zeigt so das Aquaplaning-Risiko frühzeitig an. Der eTIS-Sensor berechnet anschließend über das Restprofil des Reifen eine sichere Geschwindigkeit für das Weiterfahren.

Editor: Tanja Lauch mit dem Pressematerial der Continental AG

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